CDA Herdecke kritisiert verunsichernde Werbestrategie beim Glasfaserausbau
Ein gelber Umschlag im Briefkasten, dazu die Überschrift „Umstellung Ihres Anschlusses von Kupfer auf Glasfaser – Handlungsbedarf“ und der Hinweis auf mögliche Nachteile bei ausbleibender Rückmeldung: Ein aktuelles Schreiben zum Glasfaserausbau in Herdecke sorgt bei Bürgerinnen und Bürgern für Verunsicherung. Die CDA Herdecke kritisiert diese Art der Kundenansprache deutlich und appelliert an die Herdecker Bevölkerung, sich durch solche Schreiben nicht unnötig unter Druck setzen zu lassen.
„Wer einen solchen Brief aus dem Briefkasten holt, kann durchaus den Eindruck gewinnen, es handele sich um eine amtliche Mitteilung, auf die man unbedingt reagieren muss. Wenn dann noch vor möglichen Nachteilen und zusätzlichen Kosten gewarnt wird, entstehen Sorgen und Ängste, die in dieser Form nicht sein müssten“, erklärt Christian Brandt, sozialpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Herdecke, Kreisvorsitzender der CDA Ennepe-Ruhr und Bezirksvorsitzender der CDA Ruhr.
Besonders problematisch ist aus Sicht der CDA, dass das Schreiben nicht individuell auf die jeweilige Anschlusssituation der angeschriebenen Haushalte eingeht. Es richtet sich pauschal an Herdecker Bürgerinnen und Bürger, ohne erkennen zu lassen, ob tatsächlich ein konkreter Handlungsbedarf besteht. Dabei können sich die technischen Voraussetzungen von Haushalt zu Haushalt erheblich unterscheiden.
Wie groß die Verunsicherung sein kann, zeigt der Fall einer älteren Herdecker Bürgerin. Sie machte sich nach Erhalt des Schreibens große Sorgen, tätig werden zu müssen, um Nachteile zu vermeiden. Dabei nutzt sie nach eigenen Angaben weder für das Internet noch für das Telefon einen Telekom-Anschluss, sondern ist über Kabel versorgt.
„Gerade ältere Menschen dürfen durch eine solche Kommunikation nicht in Angst versetzt werden. Aber auch alle anderen Bürgerinnen und Bürger müssen sich fragen dürfen, warum sie einen Brief erhalten, der dringenden Handlungsbedarf vermittelt, obwohl gar nicht erkennbar ist, ob sie persönlich betroffen sind“, betont Brandt.
Auch der CDA-Stadtverbandsvorsitzende in Herdecke, Matthias Zankl, kritisiert die Gestaltung und die Wirkung des Schreibens:
„Der gelbe Umschlag und die auffällige Formulierung ‚Handlungsbedarf‘ können schnell den Eindruck vermitteln, man müsse auf ein amtliches Schreiben reagieren. Wenn sich dann erst bei genauerem Hinsehen herausstellt, dass es sich um ein Werbe- beziehungsweise Informationsschreiben handelt, ist die Verunsicherung bereits entstanden. Wir erwarten, dass Unternehmen die Menschen in unserer Stadt verständlich und fair informieren, statt unnötigen Druck aufzubauen.“
Die CDA kritisiert insbesondere die Kombination aus dem auffälligen gelben Umschlag, der fehlenden persönlichen Ansprache und den nachdrücklichen Hinweisen auf Fristen und mögliche Kosten. Diese Gestaltung kann den Eindruck eines amtlichen Schreibens erwecken und gleichzeitig erheblichen Entscheidungsdruck aufbauen. Ob dies beabsichtigt ist, lässt sich von außen nicht beurteilen. Die Wirkung auf die Empfängerinnen und Empfänger ist jedoch ernst zu nehmen.
„Eine solche Werbestrategie halte ich für höchst fragwürdig. Wer für einen Anschluss werben möchte, sollte mit nachvollziehbaren Informationen und Transparenz überzeugen – und nicht durch eine Aufmachung, die Menschen verunsichert und zum schnellen Handeln bewegt“, erklärt Brandt.
Dabei stellt die CDA den Glasfaserausbau als solchen ausdrücklich nicht infrage. Leistungsfähige digitale Infrastruktur ist wichtig für die Zukunft der Stadt. Gerade deshalb braucht es eine sachliche und vertrauenswürdige Kommunikation, die deutlich zwischen Werbung, einem unverbindlichen Beratungsangebot und einer tatsächlich notwendigen Maßnahme unterscheidet.
Die CDA rät: Ruhe bewahren und genau prüfen!
Die CDA Herdecke appelliert an alle Bürgerinnen und Bürger, sich durch das Schreiben nicht verunsichern zu lassen. Der Brief allein ist kein Beleg dafür, dass jeder angeschriebene Haushalt handeln muss. Wer unsicher ist, sollte zunächst prüfen, ob überhaupt ein konkreter Handlungsbedarf besteht, und sich unabhängig zu informieren, bevor eine Entscheidung getroffen oder ein Vertrag abgeschlossen wird.
Die CDA Herdecke hat das verantwortliche Unternehmen angeschrieben und um Klärung der Kommunikationsstrategie gebeten. Dabei geht es insbesondere darum, dass künftige Schreiben eindeutig erkennen lassen, wer Absender ist, weshalb ein Haushalt angeschrieben wird, ob tatsächlich Handlungsbedarf besteht und welche Folgen sich aus einer Entscheidung ergeben. Zudem bittet die CDA darum, auf eine Gestaltung, die mit amtlicher Post verwechselt werden könnte, sowie auf unnötig alarmierende Formulierungen zu verzichten.
„Die Menschen in Herdecke verdienen eine faire und verständliche Information statt unnötiger Verunsicherung. Gerade ältere Bürgerinnen und Bürger müssen darauf vertrauen können, dass sie nicht durch eine fragwürdige Werbestrategie unter Druck gesetzt werden. Vertrauen gewinnt man durch Aufklärung, nicht durch Angst“, erklären Christian Brandt und Matthias Zankl abschließend.