PISA darf kein Weckruf ohne Folgen bleiben
Schlechte PISA-Ergebnisse allein verändern noch keine Bildungsbiografie. Für die CDA Ennepe-Ruhr ist deshalb klar: Aus den Zahlen müssen endlich konkrete Konsequenzen folgen. Wer Bildungschancen verbessern will, darf nicht warten, bis Kinder in der Schule bereits den Anschluss verlieren.
„PISA ist kein einmaliger Weckruf, sondern ein Warnsignal, das wir seit Jahren kennen. Jetzt muss gehandelt werden, statt die nächste Studie abzuwarten“, erklärt Christian Brandt, Vorsitzender der CDA Ennepe-Ruhr und zugleich Vorsitzender des CDA-Bezirksverbandes Ruhr.
Die CDA fordert deshalb einen deutlich stärkeren Fokus auf die ersten Lebensjahre: verbindliche Sprach- und Entwicklungstests vor der Einschulung, eine konsequente Förderung bei festgestelltem Unterstützungsbedarf sowie eine bessere personelle Ausstattung von Kitas und Grundschulen.
„Wir müssen früher fördern, statt später teuer reparieren zu müssen. Wenn ein Kind bei der Einschulung sprachliche oder andere Entwicklungsdefizite hat, ist es für viele Fördermaßnahmen bereits fünf vor zwölf. Frühzeitige Unterstützung ist deshalb die beste Bildungspolitik und zugleich die beste Sozialpolitik.“
Besonders Schulen und Kitas mit großen Herausforderungen dürften dabei nicht allein gelassen werden. Auch Lehrkräfte müssten wieder mehr Zeit für ihre eigentliche Aufgabe erhalten.
„Unsere Lehrerinnen und Lehrer brauchen keine weiteren Aktenordner, sondern Zeit für Kinder. Weniger Bürokratie, mehr pädagogische Arbeit - das muss die Devise sein.“
Bildung beginne allerdings lange vor dem ersten Schultag. Eltern seien dabei entscheidend, dürften aber mit den Herausforderungen nicht allein gelassen werden.
„Einem Kind vorzulesen, mit ihm zu sprechen, gemeinsam zu spielen oder draußen unterwegs zu sein, kann keine App ersetzen. Ein Smartphone kann ein Werkzeug sein, es darf aber nicht zum Ersatz für Zuwendung, Sprache und gemeinsames Erleben werden.“
Brandt warnt zugleich davor, die Debatte auf Schuldzuweisungen gegenüber Eltern zu reduzieren: „Viele Familien stehen heute enorm unter Druck. Beruf, Betreuung, Haushalt und steigende Anforderungen müssen miteinander vereinbart werden. Deshalb brauchen Familien keine erhobenen Zeigefinger, sondern verlässliche Betreuung, gute Beratung und konkrete Unterstützung, die im Alltag ankommt.“
Auch im Ennepe-Ruhr-Kreis müsse deshalb genauer hingeschaut werden, wo Kinder und Familien Unterstützung benötigen. Entscheidend seien funktionierende Übergänge von der Kita in die Grundschule und später von der Schule in Ausbildung und Beruf.
„Bildung darf nicht davon abhängen, in welchem Elternhaus ein Kind geboren wird. Jedes Kind hat das Recht auf einen guten Start und auf echte Chancen. Wenn wir das ernst meinen, müssen wir jetzt handeln und nicht erst, wenn die nächste PISA-Studie vorliegt.“